Regenerative Landwirtschaft

Regenerative Landwirtschaft geht deutlich über biologische oder ökologische Bewirtschaftung hinaus.

 

Regenerative Landwirtschaft hat das Potential, zur massiv zur Entschleunigung des Klimawandels beizutragen. Diese Bewirtschaftung baut wertvollsten Humus auf und speichert große Mengen an CO2 im Boden. So lässt sich ein Beitrag zum Klimaschutz in Form von hochwertigem Olivenöl essen!
 

Wir wollen die Böden nicht nur nachhaltig bewirtschaften oder erhalten, sondern durch unsere Nutzung verbessern! Mehr Humus und gespeichertes CO2 hat noch weitaus mehr Vorteile, als die "Klimafreundlichkeit".

Es geht um die Kreierung von Hainen, die deutlich dürre-resistenter und gesünder sind! Damit wird von Jahr zu Jahr ihr natürliches Potenzial immer weiter gefördert.

Denn die Bodenqualität (gesunde Bodenmikrobiologie, hoher Humusgehalt, schützende Mulchschicht und ein gesundes Mikroklima) erhöht den Nährstoffgehalt der Pflanzen und die Widerstandsfähigkeit des Bodens. Nicht nur gegen Dürre, sondern auch gegen Erosion durch starke Niederschläge oder Wind.


Es geht also um weit mehr, als "nur" das Ablehnen von synthetischem Dünger, Pestiziden, Fungiziden, etc.: Im Mittelpunkt steht (wie der Name schon sagt), die Regeneration. Ganz besonders die Regeneration von Böden und Aufbau von Humus. Aber auch im weiteren Sinne Regeneration von Ökosystemen und Kreisläufen.

Eine umfassende Erklärung der Regenerativen Landwirtschaft sprengt den Rahmen dieser Website, doch nachfolgend einige Punkte, die das Prinzip (und unsere) Umsetzung verdeutlichen:

Gesunder Boden


Wenn alle notwendigen Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Protozoa, Nematoden uvm.) vorhanden und aktiv sind, braucht es keinen Dünger und viel viel weniger Wasser.
Um dies zu erreichen:

  • Muss der Boden immer "bedeckt" sein (im besten Falle mit lebenden Pflanzen, ansonsten mit hochwertigem aerobischen Kompost oder Mulch)​

  • Muss zu jeder Zeit aktives Wurzelwerk auf der gesamten Fläche tätig sein

  • Die richtige Mischung von Unterpflanzungen. Diese bietet Nährstoffe, Belüftung des Bodens, Unterschlupft für Nützlinge, Mulch

  • Kein Pflügen der Erde

  • Keine Bewässerung mit gechlortem Wasser

In unserem Falle heißt das, dass wir Unmengen von Blättern, den Kompost von (9 Tonnen jährlich) Eselmist und vieles mehr an Mulch in den Hainen ausbringen. Es geht uns dabei nicht vorrangig um "Kompost als Dünger" sondern um Mulch und Mikroorganismen.

Jede Charge wird vor der Ausbringung genau unter dem Mikroskop untersucht. Viel Arbeit und sehr viel Neues Wissen, dass wir uns angeeignet haben, doch nur so können wir verstehen, ob wir wirklich die Mikroorganismen aufs Feld bringen, die benötigt werden und auch das der Kompost keine Schädlinge enthält.​

Verwertung von Astschnitt


Etwas, um das wir uns früher als Verbraucher nie Gedanken gemacht hätten: was passiert eigentlich mit dem ganzen Astschnitt (der bei allen bewirtschafteten Olivenbäumen in hohem Masse anfällt)? In den allermeisten Fällen wird er neben dem Feld verbrannt. Es braucht nicht viel um zu verstehen, dass das Verbrennen von noch feuchtem Holz eine Umweltverschmutzung darstellt und dem Feld nichts nützt.
Daher:

  • Wir schreddern unseren Astschnitt und er verbleibt als Mulch auf dem Feld​

  • Ast-gut von kranken Bäumen wird gegebenenfalls vorher aussortiert und separat heiß kompostiert
     

Alternativen zu Pestiziden


Gegen die Olivenfliege, die großen Schaden an den Früchten verursacht, gehen wir zum Beispiel wie folgt vor:

  • Unterpflanzung, die Fressfeinden der Olivenfliege nutzt​

  • Aufhängen von Fallen, um die Population zu beobachten

  • Bei verstärkter Population: Besprühen aller Bäume und Oliven mit Kaolin Lehm. Dieser ausgesprochen feine Lehm wird mit Pflanzenölen vermengt, die als "Kleber" funktionieren und bedeckt nach der Besprühung alle Blätter und Oliven. Die Olivenfliege findet den Lehm derart irritierend, dass sie sich andere Olivenbäume sucht.
    Als positiver Nebeneffekt wird durch die weiße Schutzschicht auch zugleich ein Sonnenschutz erwirkt.

Bewässerung


Dort wo bewässert werden muss, tun wir dies mit unter der Erde verlegten Tropfschläuchen. Sowohl durch die kühlere Umgebungstemperatur als auch die schützende obere Erdschicht verdunstet weniger vom wertvollem Wasser. 

Insgesamt muss dank der Unterpflanzung und dem gesünderen Boden, der viel mehr Wasser speichern und gezielter abgeben kann, ohnehin weniger bewässert werden.

Einbezug von Tieren


Die regenerative Landwirtschaft erfordert die Einbeziehung von Tieren. Zum einen ist wie oben beschrieben der Dung ein wichtiger Aspekt, doch die Tiere leisten noch mehr!

Durch das Begrasen (von in unserem Fall Eseln) wird die Unterpflanzung gestutzt und das Wurzelwachstum angeregt,.

Viele Pflanzen werden auch schlicht zu Boden getrampelt, eine weitere Mulchschicht.

Und sowohl unsere Esel als auch unsere Hühner sind zum Glück verrückt nach herabgefallenen Oliven und essen eine Vielzahl von Maden der Olivenmotte oder der Oliven-Frucht-Fliege einfach auf!